Zahnfleischentzündung – Wie das Rauchen Deinen Zähnen schadet

von | 29. Mai 2018 | Medizinstudium

Zahnfleischentzündung – Wie das Rauchen Deinen Zähnen schadet. Die Zahnfleischentzündung ist mittlerweile zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden. Ein hohes Risiko davon betroffen zu sein, haben unter anderem Menschen, die rauchen. Denn das Rauchen verringert nicht nur die Lebenserwartung mit Lungenkrebs, sondern ist auch schlecht für Dein Zahnfleisch. Im schlimmsten Fall führt die Entzündung zum Ausfall der Zähne, daher ist es wichtig, dass besonders Raucher auf eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene achten.

 

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Eine Gingivitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnfleisches, bei welcher es zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparats kommt.

Unser Zahnfleisch ist dafür verantwortlich, die Zähne sicher und fest im Mund zu behalten. Durch eine Zahnfleischentzündung kommt es zum Abbau von Knochen und Bindegewebe, wobei man von Zahnfleischschwund (Parodontose beziehungsweise Parodontitis) spricht.

Dieser ist im fortgeschrittenen Stadium irreversibel. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Zahnfleischentzündung bereits bei den ersten Anzeichen zu behandeln.

 

Zahnfleischentzündung Ursachen und Gründe

Indem der Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt wird, kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleischs.

Begünstigende Faktoren einer Gingivitis sind Stress, Rauchen, mangelnde Mundhygiene und eng stehende Zähne. Bei Rauchern ist das Risiko einer Zahnfleischentzündung fünfmal so hoch, wie bei Nichtrauchern.

 

Zahnfleischentzündung durch das Rauchen

Zahnfleischentzündung durch das Rauchen

 

 

Die schädlichen Stoffe des Qualms gelangen in die Mundhöhle und setzen sich unter anderem auf den Zähnen und dem Zahnfleisch ab.

Letzteres wird infolge des Rauchens nicht mehr gut durchblutet und kann die schädlichen Stoffe, die sich dort absetzten nur schwer abwehren. Nun ist der Punkt erreicht, wo das Zahnfleisch beginnt, temporär abzubauen.

Säurehaltiges Essen greift den natürlichen Schutz der Zähne ebenfalls an. In Kombination mit dem Rauchen setzt du damit deine Zähne einer enormen Belastung aus.

Rauchen schwächt das Immunsystem, kommt es zu Verletzungen des Zahnfleischs, haben Bakterien hier ein leichtes Spiel.

Kleine Risse im Zahnfleisch können zum Beispiel durch harte Nahrungsmittel, wie Nüsse, oder durch falsches Zähneputzen entstehen.

 

Zahnfleischentzündung: Welche Symptome treten auf?

Ein sicheres Zeichen für eine Zahnfleischentzündung sind Schmerzen und Bluten beim Zähneputzen.

Problematisch bei Rauchern ist, dass es passieren kann, dass das Zahnfleisch nicht gleich anfängt zu bluten.

 

Die Ursache hier liegt in den verengten Adern, welche eine Folge des Nikotinabusus ist. So fängt das Zahnfleisch erst dann an zu bluten, wenn die Gingivitis schon weiter fortgeschritten ist.

Dieser Verlauf ist extrem tückisch, da gerade Raucher bei einer beginnenden Zahnfleischentzündung sofort einschreiten sollten.

 

Zahnfleischentzündung kann den Kiefer angreifen

Zahnfleischentzündung kann den Kiefer angreifen

 

Ein weiteres Symptom ist das Schrumpfen des Kieferknochens. Dies passiert, wenn die Entzündung dauerhaft besteht. Irgendwann ist der Kieferknochen so geschwächt, dass er die Zähne nicht mehr halten kann.

Zunächst beginnen sie zu wackeln, bevor sie schließlich ganz ausfallen. Hier sind noch einmal alle Symptome auf einen Blick:

 

  • Zahnfleischbluten,
  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, anstatt rosa, ist das Zahnfleisch rot und brennt, wenn du mit der Zunge darüber fährst,
  • drückende und brennende Schmerzen beim Zähneputzen,
  • weiches Zahnfleisch und
  • Mundgeruch.

 

Zahnfleischentzündung: Was hilft wirklich?

Bei einer Zahnfleischentzündung ist das Mittel der Wahl, mit dem Rauchen aufzuhören.

Damit tust du deiner Gesundheit im Allgemeinen einen großen Gefallen.

Die gute Nachricht ist, bei einer beginnenden Gingivitis kannst du das Risiko, dass sich daraus eine Parodontose beziehungsweise Parodontitis entwickelt ziemlich schnell in den Griff bekommen.

Stellst du das Rauchen ein, kannst du es sogar schaffen, dein Risiko so weit herunter zu senken, wie bei einer Person, die noch nie geraucht hat.

Dieser Prozess wird zwar einige Jahre in Anspruch nehmen, doch mit Blick auf alle anderen gesundheitlichen Verbesserungen, lohnt sich dieser Schritt allemal.

Sollte die Aufgabe des Rauchens keine Option für dich sein, ist eine ordentliche Zahnreinigung fundamental.

Das heißt zwei bis dreimal am Tag Zähne putzen, für das Vorbeugen einer Zahnfleischentzündung ist auch eine Mundspülung zu empfehlen. Außerdem sind regelmäßige Zahnarztbesuche und eine professionelle Zahnreinigung zweimal im Jahr Pflicht.

 

Zahnfleischentzündung: Behandlung mit Medikamenten

Zur Linderung der Symptome einer Gingivitis gibt es spezielle Medikamente und Salben, die Abhilfe schaffen können. Bedenke aber, dass diese die Symptome der auslösenden Ursache, wie das Rauchen, nicht beheben werden.

Sie verhelfen zwar zur kurzfristigen Besserung, verschaffen aber keine langfristige Heilung bei einer Zahnfleischentzündung.

Eine Salbe kann die Entzündung wieder abklingen lassen, auch spezielle Mundspülungen oder entzündungshemmende Konzentrate, beispielsweise mit Kamille, können zu einer Linderung der Symptome führen.

Spezielle Sprays oder ein Mund-Antiseptikum helfen ebenfalls bei einer Zahnfleischentzündung. In einer Apotheke und mit vorheriger Absprache eines Zahnarztes findest du verschiedene Angebote. Hier lohnt es sich, wenn du dich einmal gründlich beraten lässt.

Möchtest Du hingegen mit einer aktiven Zahnfleischentzündung ein Produkt aus der Nikotinersatztherapie verwenden, welches über den Mund aufgenommen wird, ist Vorsicht geboten! Hast Du beispielsweise vor, das Nicorette Spray zum Rauchstopp zu verwenden. Oder Du nimmst den Nikotinkaugummi als Nikotinersatz.

Dann lese vor der Anwendung auf jeden Fall die Angaben des Herstellers. Frage in der Apotheke und sprich mit deinem Arzt sowie Zahnarzt darüber. Damit gehst Du sicher, dass sich Deine Entzündung nicht weiter verschlechtert.

 

 

Zahnfleischentzündung durch regelmäßiges Zähneputzen vermeiden

Zahnfleischentzündung durch regelmäßiges Zähneputzen vermeiden

 

 

Zahnfleischentzündung: Hilfe zur Selbsthilfe

Bei einer beginnenden Zahnfleischentzündung, kannst du zunächst versuchen, diese selbst in den Griff zu bekommen.

Geht sie aber in den nächsten Tagen nicht zurück, muss ein Arzt aufgesucht und die Zahnfleischentzündung durch Medikamente behandelt werden.

Neben der Aufgabe des Rauchens, Stressreduktion und der Mundhygiene, gibt es noch ein paar weitere Dinge, die du unternehmen kannst.

Zunächst einmal solltest du deine Zahnbürste unter die Lupe nehmen.

Hörst du auf mit dem Rauchen, solltest du diese aus hygienischen Gründen wechseln.

Auch, wenn die Borsten bereits abstehen oder sie einfach schon sehr lange in Gebrauch ist, muss ein neues Exemplar her.

Blutet das Zahnfleisch, ist es bereits geschädigt, deshalb solltest du unbedingt auf eine weiche Bürste umsteigen, die das Zahnfleisch nicht aufscheuert.

Das Nikotin macht dein Zahnfleisch dünn und wenig widerstandsfähig, daher ist eine sanfte Putzmethode zu empfehlen. Auch das regelmäßige Anwenden von Zahnseide hat sich bei einer Gingivitis bewährt.

 

Zahnfleischentzündung: Welche Hausmittel gibt es?

Zunächst einmal kannst du versuchen, das Problem durch diverse Hausmittel in den Griff zu bekommen.

Aber auch hier gilt es, die Zahnfleischentzündung in Bezug auf Dauer und Intensität regelmäßig zu beobachten. Im Zweifelsfall ist immer ein Arzt zu konsultieren.

 

Kamille gegen Zahnfleischentzündung

Kamille gegen Zahnfleischentzündung

 

Kamille gegen Zahnfleischentzündung

Das beste pflanzliche Mittel gegen ein entzündendes Zahnfleisch ist Kamille. Diese wirkt sowohl desinfizierend als auch entzündungshemmend, ist also optimal. Spüle deinen Mund mehrmals täglich mit Kamillentee aus oder verwende eine spezielle Kamillentinktur.

Auch Salbeitee ist eine Option.

 

Salzwasser bei Zahnfleischentzündung

Zum Desinfizieren eignet sich auch Salzwasser, dieses kann auf den entzündeten Stellen allerdings etwas brennen.

Einfach einen Teelöffel Kochsalz in einem Glas Wasser auflösen, und wie eine Mundspülung anwenden.

 

Zahnfleischentzündung mit Ingwer behandeln

Zahnfleischentzündung mit Ingwer behandeln

 

Zahnfleischentzündung auch Ingwer hilft

Ingwer ist in Sachen Entzündungen ein regelrechtes Genie. Mit seiner antibakteriellen Wirkung kann er Verschlimmerungen verhindern.

Durch seine extreme Schärfe ist er am besten als Tee genießbar.

 

Wertvolles Kokosöl gegen Zahnfleischentzündung

Oftmals ist auch ein zu trockener Mund und damit auch trockenes Zahnfleisch ein Problem vieler Menschen.

Auf lange Sicht kann dies ebenfalls zu einer Zahnfleischentzündung führen. Hier ist Kokosöl ein gutes Hausmittel, denn es fettet die betroffenen Stellen ein und sorgt für ausreichend Feuchtigkeit.

 

 

Aloe vera bei Zahnfleischentzündung

Aloe vera bei Zahnfleischentzündung

 

Feutigkeit von Aloe vera schützt ebenfalls

Ebenfalls ein gutes Mittel für die optimale Feuchtigkeitsversorgung ist die Aloe vera Pflanze.

Schon eine Ewigkeit dient sie als die Heilpflanze und darf auch bei einer Zahnfleischentzündung zum Einsatz kommen.

 

Lavendel bei Entzündung des Zahnfleischs

Lavendel wirkt beruhigend und kann als Tee getrunken werden, wer das nicht mag, kann auch auf die Gurgelmethode zurückgreifen.

Ein paar Tropfen Lavendelöl mit Wasser und fertig ist eine hilfreiche Mundspülung gegen entzündetes Zahnfleisch. Es ist auch möglich, dein Zahnfleisch sanft mit der Tinktur zu betupfen.

 

 

Apfelessig hilft bei Zahnfleischentzündung

Apfelessig hilft bei Zahnfleischentzündung

 

 

Zahnfleisch entzündet? Apfelessig hilft!

Aus der Liste der Hausmittel ist Apfelessig kaum noch wegzudenken.

Dieser wirkt ebenfalls antibakteriell und regt zudem noch die Speichelproduktion an.

Für dieses Mittel gibst du 1-2 Teelöffel Apfelessig in ein Glas Wasser und gurgelst damit mehrmals täglich. Diese Prozedur sollte allerdings nicht über einen langen Zeitraum angewandt werden.

Stark säurehaltige Lebensmittel weichen den Zahnschmelz auf, zwar nicht mit einmal, aber temporär gesehen schon. Am besten lässt du zwischen dem Gurgeln und dem Zähneputzen nicht mehr als eine Stunde verstreichen.

 

Knoblauch bei entzündetem Zahnfleisch

Knoblauch ist eine regelrechte Wunderknolle, diese sollte nicht nur in der Küche, sondern auch in keiner Hausapotheke fehlen.

Bei Infektionen kann der Knoblauch hemmend wirken und kommt häufig auch bei Zahnproblemen zum Einsatz. Für das Hausmittel reibst du eine Knoblauchzehe oder presst sie aus.

Am Ende soll eine Art Knoblauchpaste entstehen, die du sanft in das entzündete Zahnfleisch einmassierst.

Damit sorgst du gleichzeitig für eine gute Durchblutung. Nachteilig an diesem Heilmittel ist der extreme Geruch, der vor allem deinen Mitmenschen unangenehm werden kann.

Dagegen kann man nichts tun, Knoblauch riecht nun mal so, wie er riecht. Aber es ist möglich, die Geruchsintensität etwas zu reduzieren. Dazu vermischst du den Knoblauch mit fein gehackter Petersilie und legst alles in etwas Öl ein. Nach einer kurzen Ruhezeit müsste sich der Geruch etwas gemildert haben.

 

Überraschender Tipp: Alkohol

Dieser Tipp mag etwas überraschend kommen, aber hochprozentiger Alkohol kann durchaus bei Zahnfleischproblemen Abhilfe schaffen.

Es versteht sich von selbst, dass dieses Mittel nur bedingt einsetzbar ist.

Gemeint ist damit auch nicht der Alkoholgenuss durch Trinken, sondern das Desinfizieren des Zahnfleisches. Der Alkohol wird auch nicht im Schnapsglas serviert, sondern auf ein Wattepad oder Wattestäbchen geträufelt.

Damit gehst du vorsichtig über dein Zahnfleisch und desinfizierst dieses so wirkungsvoll. Die Anwendung kann etwas unangenehm sein und auf dem Zahnfleisch brennen.

 

Fazit

Rauchen führt nicht nur zu unschönen Verfärbungen der Zähne, sondern kann diese auch nachhaltig schädigen.

Mit einer Zahnfleischentzündung ist nicht zu spaßen, ist der Zahnhalteapparat erst einmal angegriffen, gibt es kein Zurück mehr. Bevor es so weit kommt, solltest du deine tägliche Zigarettenanzahl drastisch reduzieren oder das Rauchen ganz aufgeben. Selbst wenn du noch keine Symptome bei dir bemerkst, solltest du auf eine gründliche Mundhygiene achten und regelmäßig beim Zahnarzt vorstellig werden. Vorsorge ist, wie in jedem Fall, immer besser als Nachsorge …

 

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